Hasse

Hasse
Hạsse,
 
1) Helmut, Mathematiker, * Kassel 25. 8. 1898, ✝ Hamburg 26. 12. 1979; Professor in Halle (Saale), Marburg, Göttingen, Berlin (Ost) und Hamburg. Hasse beschäftigte sich v. a. mit Algebra und Zahlentheorie, daneben auch mit historischen und philosophischen Aspekten der Mathematik.
 
Werke: Die Grundlagenkrisis in der griechischen Mathematik, in: Kant-Studien, Jahrgang 33 (1928, mit H. Scholz); Zahlentheorie (1949); Mathematik als Wissenschaft, Kunst und Macht (1952).
 
 2) Johann Adolf, Komponist, getauft Bergedorf (heute zu Hamburg) 25. 3. 1699, ✝ Venedig 16. 12. 1783; Schüler von N. Porpora und A. Scarlatti in Neapel, hatte hier 1726 erste Opernerfolge mit »L'Astarto« und »Il Sesostrate«, wirkte seit 1727 als Kapellmeister in Venedig, heiratete 1730 die Sängerin Faustina Bordoni (Hasse-Bordoni). 1733-63 lebte er vorwiegend in Dresden, wo er im sächsischen Hofdienst stand; er ging 1763 nach Wien, schloss Bekanntschaft mit seinem Hauptlibrettisten P. Metastasio und ließ sich 1773 in Venedig nieder. Hasse war neben G. F. Händel einer der bedeutenden Komponisten der Opera seria; in seinen Spätwerken näherte er sich den Reformbestrebungen C. W. Glucks an. Er schrieb über 50 Opern, darunter der 1734 in London an der gegen Händel gerichteten Konkurrenzoper aufgeführte »Artaserse« sowie »Arminio« (1745) und »Ruggiero« (1771), Intermezzi, Oratorien, Instrumentalwerke und Kirchenmusik (Messen, Motetten, Litaneien u. a.).
 
 
R. Gerber: Der Operntypus J. A. H.s u. seine textl. Grundl. (1925, Nachdr. 1973);
 
Colloquium »J. A. H. u. die Musik seiner Zeit«, hg. v. F. Lippmann (1987).
 
 3) O. E. (Otto Eduard), Schauspieler, * Obersitzko (polnisch Obrzycko, Woiwodschaft Poznań) 11. 7. 1903, ✝ Berlin (West) 12. 9. 1978; Theater- und Filmstar; hatte Engagements v. a. in München (Kammerspiele) und Berlin (Hebbel-Theater, Schiller- und Schlosspark-Theater); war besonders erfolgreich in der Rolle von G. B. Shaw in J. Kiltys »Geliebtem Lügner« (1959, mit Elisabeth Bergner) und in J. Anouilhs »Majestäten« (1960) sowie u. a. in den Filmen »Entscheidung vor Morgengrauen« (1951), »Canaris« (1954), »Die Ehe des Herrn Mississippi« (1961). - Schrieb »Unvollendete Memoiren« (herausgegeben 1979).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Hasse [2] — Hasse, Joh. Adolf, Opernkomponist und Sänger, getauft 25. März 1699 zu Bergedorf bei Hamburg, seit 1722 in Italien, 1731 63 Oberkapellmeister in Dresden, gest. 16. Dez. 1783 in Venedig, Vertreter der ital. Richtung in der deutschen Musik. – Seine …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Hasse [1] — Hasse, Joh. Adolf, berühmter Componist, geb. 1699 in Bergedorf bei Hamburg, zuerst Sänger an der Hamburger Bühne, später Hofsänger in Braunschweig, ging 1724 nach Italien, ward 1727 Kapellmeister am Conservatorium in Venedig, heirathete daselbst… …   Herders Conversations-Lexikon

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